Weilimdorf (tom). An der Maria Montessori Grundschule in Hausen werden seit rund fünf Jahren interreligiöse Feiern begangen. Ziel der Feier ist es, den Kindern die jeweils andere Religion näher zu bringen.

 

„Der Impuls kam von den Eltern und der Lehrerschaft”, erklärt Schulleiterin Angelika Müller-Zastrau. Zunächst seien unter anderem die Feste im Christentum, Judentum und Islam ein Thema gewesen.  Diese zu thematisieren habe sich letztlich als Türöffner erwiesen. In der Folge hätten sich Eltern, die vorher nicht in Erscheinung getreten sind, vermehrt in der Schule engagiert. „Heute ist bei uns eine Muslimin Elternbeiratsvorsitzende”, freut sich die Schulleiterin.

 

Begegnung der Religionen

In der Schule gebe es rund 70 Kinder mit Migrationshintergrund, so Müller-Zastrau weiter.  Seit drei Jahren gebe es an der Schule auch Islamunterricht. Und bei den interreligiösen Feiern, seien Vertreter verschiedener Religionen dabei. Bei der jüngsten Feier etwa wurde die Feier vom evangelischen Schuldekan Uwe Böhm, der Jüdin Nelly Puschkin und Zehra Isikhan-Vieriu, der Lehrerin für islamischen Religionsunterricht an der Schule gestaltet.

 

Bei den interkulturellen Feiern werden  gemeinsam Lieder der verschiedenen Religionen gesungen und Texte gelesen auf Deutsch, Hebräisch und Arabisch. Zudem spielen die Kinder verschiedene Szenen, die immer wieder deutlich machen, dass Menschen verschiedenen Glaubens gemeinsame Wertvorstellungen haben wie Freiheit, Selbstbestimmung, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit oder Fairness.

 

„Engel als Begleiter”

Bei der jüngsten Feier lautete das Thema „Engel als Begleiter”. Grundlage war die Bildergeschichte „Opas Engel”. Engel seien Beschützer und Begleiter fürs Leben, erläutert Böhm Und die Kinder konnten selbst einige Geschichten erzählen, bei denen alles glimpflich verlaufen ist – weil es den sprichwörtlichen „unsichtbaren Beschützer” gab. Es gebe auch Engel ohne Flügel, denen man jeden Tag begegnen könne, so Böhm. Anschließend wurden verschiedene Texte aus den drei Religionen zum Thema Engel gelesen und in allen waren diese Helfer und Beschützer. Fazit der Schüler: „Engel gibt es in allen Religionen”.

 

Zu den Festen gebe es auch im Unterricht begleitende Informationen und Materialien. „Wir glauben, dass wir dadurch Toleranz und Respekt vermitteln”, so Müller-Zastrau. „Das ist gelebte Integration.”

 

Im Religionsunterricht ist der interreligiöse Ansatz ebenfalls ein Thema. Die Kinder besuchen im Unterricht eine katholische und eine evangelische Kirche, eine Synagoge und eine Moschee. Auch das sei gelebte Integration und fördere das Verständnis füreinander, erklärt die Schulleiterin.

 

Solche interreligiöse oder auch multireligiöse Feiern gebe es inzwischen in verschiedenen Schulen, erklärt Böhm. Und sie würden sehr gut ankommen, freut sich der Schuldekan.

 

 

In und um Weilimdorf vom 14.09.2018, Text und Fotos: Uwe Tommasi

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