Kulturschule

 

„Es war uns ein Vergnügen – mit euch allen Zusammenarbeiten zu dürfen“, so Marvin, Paula Samowar, das Fritzle und der abgeflachte Ikosaeder bei der Jahres-Abschluss-Presse-Klassenkonferenz im Hauptgebäude der Schule vor versammelten Klassenlehrerinnen und pädagogischen Fachkräften. Ben, Chaplin und Kira waren auch mit von der Partie.
Fritzle: “ Ich hätte nie gedacht, dass sich die Schulkinder so ins Zeug legen um an die Stickers zu gelangen – eine gute Tat jagte die andere. So viel Herzblut und Engagement – wenn mein VfB mit dieser Einstellung in die restliche Saison geht – dann wird uns ein Platz an der Tabellenspitze garantiert sein.
Yen Nhi: „Richtig tolle Idee!“
Jasmin Grenzbach: „Allein schon die Idee Herr von Wolffs ein eigens Sticker Album exklusiv für die Kinder der Maria Montessori Schule Hausen zu entwerfen fand ich klasse! Natürlich stellte ich mich mit einem Foto für einen der Sticker zur Verfügung und setzte ich mich für diese Idee auch im Lehrerkollegium ein. Das Ergebnis war toll! Herr von Wolff setzte seine Idee mit hochwertigen Materialien, sehr viel Engagement und zu einem super Preis um. Das Team der GTS freute ich schon darauf die Alben und die Sticker an die Kinder zu verteilen. Es machte großen Spaß die Freude der Kinder in diesem Moment mitzuerleben. Die ersten Sticker wurden sogleich eingeklebt, doppelte Bilder getauscht und gute Taten folgten, da dies die Währung der Sticker war. Die Kinder fragten eifrig was zu tun wäre und wo oder wem sie helfen könnten. Die Alben wurden weit über die WM hinaus von den Kindern bespielt und alle waren sie begeistert dabei ihre Alben mit den Bildern zu füllen. Diese Idee darf keinesfalls nun vier Jahre in der Schublade liegen, sondern sollte schon vorher zu einem passenden Anlass wiederholt werden – ich bin gespannt!“
Marvin: „Wow – die Schulkinder glücklich, die Pädagogen und Pädagoginnen… Die Eltern! Und die Stickers klebten auch nur in den Alben der Kinder und nicht irgendwo im Schulhaus oder gar an irgendeiner Bushaltestelle!“
Melanie: „Das Alles – eine wirklich tolle Idee!“
Rektorin Angelika Müller-Zastrau: „Lieber Herr von Wolff, das lustige Stickeralbum hat uns allen über die katastrophale Niederlage der deutschen Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft auf humorvolle und lustige Weise hinweggeholfen. Wie schön, dass die Kinder ihre Lehrkräfte und pädagogischen FAchkräfte mal lustig verfremdet und doch wiedererkennbar auf Stickern sammeln und dabei viel Freude haben konnten. Dabei gingen die Kinder sehr sorgsam mit den Stickern um. Eine tolle Idee, die uns den Schulalltag vor den Sommerferien versüßt hat. Vielen Dank für die einzigartige Idee.“
Maximilian: „Das Sticker-Album war ganz cool!“
Ikosaeder (abgeflacht): „Den größten Fussball-WM-2018-Sachverstand an dieser Schule besitzt Frau Lena Weinmann mit ihrem WM-Finale Tore-Tipp 5 an der Zahl hat sie sich an die Spitze der Gesamtwertung platzieren können. Congratulations und Applaus bitte!“
Lena Weinmann: “Lieber Horst, mein Eindruck war, dass die Kinder begeistert waren vom Sammelalbum und tatsächlich motiviert waren, ihre Alben zu füllen und mit anderen Kindern Sticker zu tauschen. Das Design war sehr ansprechend und ich denke das hat auch seinen Teil zur hohen Motivation der Kinder beigetragen.“
Paula Samowar: „Es war wirklich sehr sehr spannend Teil einer Weltneuheit sein zu dürfen… Wenn ich mir vorstelle die Kinder Schauen in 20 Jahren – hihi, dann sind sie ja erwachsen – nochmal ins Sammelalbum – dann freu ich mich einfach für sie, denn auch ich hätte gerne in meiner Teekannenschulzeit solch ein Album besessen.“

Horst von Wolff (Initiator)

Der interreligiöse Dialog – Erfahrungen und Perspektive (für die Maria Montessori Grundschule Hausen)

In den Schuljahren 2011/12 und 2012/13 besuchten unsere zwei Söhne die Maria-Montessori-Schule in Stuttgart-Hausen. Unsere Söhne sollten so die deutsche Sprache und Kultur, also die Kultur eines Teiles ihrer Ahnen, kennenlernen, da sie bis dahin in Jerusalem aufgewachsen waren. Im Laufe des Schuljahres 2012/13 trat die Rektorin der Maria-Montessori-Schule, Dr. Angelika Müller-Zastrau, mit der Bitte an mich heran, mich an der  Interreligiösen Steuergruppe zu beteiligen. Ich willigte gerne von Neugierde und Interesse getrieben ein.

Intuitiv war mir damals sofort klar, daß der interreligiöse Dialog eine gute Sache ist, dennoch möchte ich hier einige kurze Überlegungen zur Relevanz und Wichtigkeit des interreligiösen Dialoges anstellen sowie zu seiner Problematik.

Im Mittelpunkt des interreligiösen Dialoges sollte immer das stehen, was uns als Menschen unterschiedlicher Konfessionen und Religionen verbindet: der Glaube an Gott. Um diesen Dialog fruchtbar zu führen, ist es nötig, daß jeder sich von dogmatischen und theologischen Spitzfindigkeiten seiner eigenen religiösen Praxis entfernt und das Gemeinsame aller Gottgläubigen in das Zentrum religiösen Denkens stellt. So wird den Schülern, aber auch uns Erwachsenen, deutlich, daß wir — jenseits aller kulturspeziefischen partikulären Ausgestaltung von Glaubensinhalten und historisch-dogmatischen Abgrenzungen von Gottesbild und Gottesverständnis — alle im Ebenbild Gottes geschaffen sind und deshalb als Einheit und in Einheit den einen Gott verehren.

Darin liegt die Wichtigkeit und Relevanz des interreligiösen Dialoges. Schüler erleben, daß Juden, Christen und Muslime gemeinsam vor Gott stehen. Dies steht im Gegensatz zu den Nachrichten, die sie im Fernsehen sehen, wo Religionen als feindlich und aggressiv auftreten. Die persönliche Realität wird so prägend und hinterfragt traditionelle Denkmuster und vermeintlich sebstverständliche Feindschaften. Anstelle des Vorurteils tritt das gegenseitige Kennen und Erleben im religiösen Raum. Deshalb ist es auch wichtig, der interreligiösen Feier eine klare religiöse und nicht allgemein ethische Ausrichtung zu geben.

Hier eröffnet sich aber auch schon die Problematik des interreligiösen Dialoges. Deutschland ist heute ein Land, in dem die große Mehrheit Religion nicht mehr lebt. Beim interreligiösen Dialog geht es also heute nicht nur darum, den Schülern ein religiöses Gemeinschaftserlebnis jenseits der Struktur ihrer eigenen Religion aber in deren religionsgesetzlichen Grenzen zu eröffnen, sondern auch darum, Schülern mit marginaler religiöser Erfahrung ein positives religiöses Erlebnis, wie es die Verfassung des Landes Baden-Württemberg als Auftrag der Schule sieht, zu ermöglichen.

Der interreligiöse Dialog per se setzt nun aber auch die Präsens verschiedener Religionen im schulischen Alltag vorraus. Wir dürfen annehmen, daß es an den meisten Schulen neben einer wachsenden Gruppe von religionsfernen Schülern, Kinder gibt, die den christlichen oder muslimischen – soweit er denn angeboten werden kann – Religionsunterricht besuchen. Die Grundvorraussetzung für den interreligiösen Dialog besteht folglich. Gerne vertrat ich den jüdischen Part im interreligiösen Dialog. Dies hatte sicherlich auch zu der Zeit, da unsere Söhne  die  Maria-Montessori-Schule besuchten, seine Berechtigung. Was aber tun, wenn es an einer Schule keine jüdischen Schüler gibt? Ohne Zweifel hat der interreligiöse Dialog immer da seine  Berechtigung, wo mehr als eine Religion vertreten ist. Man wird dann eben aber auf eine jüdische Vertretung verzichten müssen. Es soll ja beim interreligiösen Dialog in erster Linie nicht darum gehen, Vertreter der Religionen zu sammeln, damit diese dann ihre ganz spezifische Sichtweisen einbringen. Der interreligiöse Dialog soll die Menschen veranlassen zu begreifen, daß es ein Miteinander in Gott gibt. Der interreligiöse Dialog ist nicht das spritzige theologissche Wortgefecht, sondern das einfache Gebet vor Gott ohne Unterschied der religiösen Provenienz.

Ich selbst hatte bisher das Glück und die Ehre an zwei interreligiösen Feiern an der Maria-Montessori-Schule mitwirken zu dürfen. Im Laufe der Arbeit in der Steuergruppe zeigte sich deutlich, mit welchen Schwierigkeiten bei der Organisation einer interreligiösen Feier zu rechnen sind. Als großes, wenn nicht sogar größtes, Problem erwies sich, daß sich viele Menschen in Deutschland von Religion als solcher entfernt haben. So war während der Arbeit auch der Wunsch geäußert worden, auf eine religiöse Ausgestaltung ganz zu verzichten und stattdessen die Feier ethisch-humanistisch auszugestalten. Dies war natürlich ein systemathischer Denkfehler, der schnell und mit viel Fingerspitzengefühl von der Rektorin, Dr. Müller-Zastrau, korrigiert wurde, der dennoch die Arbeit der Steuergruppe empfindlich störte.

Für die reibungslose Arbeit der Steuergruppe halte ich es heute für wichtig, daß die Steuergruppe ein feststehendes Team ist, welches sich regelmäßig (wenigstens drei bis vier mal vor jeder interreligiösen Feier) trifft. Die Steuergruppe sollte nicht zu groß sein und sie sollte über einen längeren Zeitraum Bestand haben, da die inhaltliche Abstimmung um so leichter fällt, je vertrauter einander die Mitglieder sind.

Die interreligiösen Feiern selbst waren an der Maria-Montessori-Schule immer ein besonderes Ereignis, das ich um nichts missen möchte. Die anwesenden Schüler, Eltern, Lehrer und Gäste nahmen aktiv am Geschehen teil. Als besonderen Gewinn sah ich immer, daß die gesamte Feier, abgesehen von einigen Liedern, ausschließlich auf Deutsch abgehalten wurde. Während der Vorbereitung wurde oft der Wunsch geäußert, die kulturellen Ressourcen der Schule abzuschöpfen, will heißen, Segenswünsche in verschiedenen Sprachen einzubinden. Dabei würde man jedoch nur das Trennende, die Unterschiede der Sprache, hervorheben, anstatt das Einende zu betonen. Mit Schülern aus aller Herren Länder und mit unterschiedlichen Religionen erweist sich eben gerade die deutsche Sprache, die alle sprechen und alle verstehen, als einend und Unterschiede überbrückend. Nur auf Deutsch wird die interreligiöse Feier zu einem einenden Erlebnis in Gott.

Es ist deshalb auch wichtig sich auf eine einheitliche deutsche Terminologie zu einigen. Nach langem Überlegen und einigem inneren Ringen, bin ich zu der Ansicht gelangt, daß bei den „interreligiösen Feiern“ ausschließlich von „Gott“ gesprochen werden sollte. Jüdische Vertreter – und da nehme ich mich selbst nicht aus – verwenden lieber den Begriff „der Ewige“, und Moslems sprechen lieber von „Allah“. Eigentlich ist dagegen nichts einzuwenden, wenn alle ganz genau wissen, wovon gesprochen wird. An der Schule und im Rahmen einer Feier ist dies aber verfehlt. Es ist nämlich zu befürchten, beim Unbedarften entstehe der Eindruck, die Vertreter der Religionen seien sich eben doch nicht so ganz einig, und der theologisch Geschulte sei versucht, darin unterschiedliche Gottesauffassungen zu sehen. Dies gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.

Abschließend möchte ich noch bemerken, daß die Erarbeitung eines Themas für die interreligiösen Feiern und die Vorbereitungen großen Einsatz von Seiten der Schüler und Lehrer erfordern. Es wäre illusorisch anzunehmen, die interreligiösen Feiern ließen von heute auf morgen alle Vorurteile dahinschmelzen. Den wirklichen Wert des interreligiösen Dialogs wird erst die Zukunft bringen. Jedoch reicht, meines Erachtens, alleine die Aussicht, daß eines Tages die Menschen, die diesen interreligiösen Dialog erlebt haben, den Haßpredigern jeder Religion entgegenstehen können und deutlich sagen werden: „Ich weiß, dass wir gemeinsam vor Gott stehen und beten können.“ Alleinig diese Aussicht auf eine tolerante Zukunft lohnt die Anstrengung.

Shimshon Bar Yehuda

Seit 27.08.2018 in Aktivitäten, Aktuell, Kulturschule, Sozial

Die Maria Montessori Grundschule Hausen übt in Kooperation mit dem Stuttgarter Ballett JUNG und dem Jungen Ensemble Stuttgart (JES) seit Beginn dieses Schuljahrs das Stück mit dem selbst erfundenen Titel ‚Laserschwert und Spitzenschuh- und raus bist du!‘ ein. iDeses eigene Stück basiert auf den  zuvorgesehenen Stücken des JES „Entweder und“ und des Stuttgarter Balletts „La fille mal gardée“.

Zum Inhalt:

Bunte Bänder hängen an der Decke, Spielzeuge liegen herum und Poster hängen an der Wand in einem Kinderzimmer. Typisch Jungs und typisch Mädchen ist dass das, was die Kids nach der Schule darin so machen. Doch was ist überhaupt typisch Jungs? Balletttanzen, Hip-Hop oder doch besser zocken und Laserschwert- kämpfe?
Und die Mädels? „Immer nur am Schminken?“, oder hat die eine oder andere nicht auch mal Lust, Zombie zu spielen und genau nicht das zu tun, was alle erwarten? Und wo steht eigentlich geschrieben, dass Jungs keinen Rock tragen dürfen und Mädchen nicht stark sind?

Es handelt sich also um ein Tanz und- Theater-Stück zum Thema Verstecken der Kleider und Mischen der Spielzeuge.
Seit Oktober erarbeiten die Kinder der Maria Montessori Grundschule Hausen dieses eigene Stück basierend auf den gesehenen Stücken des JES „Entweder und“ und des Stuttgarter Balletts „La fille mal gardée“.

Leitung:
Verantwortlich für den Tanz zeichnet wie schon im letzten Schuljahr Katharina Kluge. Hinzu kam der Theaterpädagoge Tobias Metz, der hauptamtlich am Theater in Esslingen beschäftigt ist. Er kümmert sich um den darstellerischen Teil des Projekts. Von Tobias Metz stammen auch die aussagekräftigen Fotos auf dieser Webseite. Unterstützt werden beide von den Klassenlehrerinnen Sonja Schultz und Lena Weinmann sowie den pädagogischen Fachkräften Nathalie Khan und Rolf Haller.

Entwicklungsprozess:

„Im Verlauf der Probenarbeit seit Oktober 2017 bis zum Juni 2018 haben die Kinder einen sehr großen Lehr-und Lernprozess durchlaufen.

Die Kinder setzten sich in den letzten sieben Monaten mit Bewegung/Tanz und Theater/Sprache, sowie für das Stück extra gebastelte Requisiten auseinander. So versuchten wir Ihnen eine kohärente Mitarbeit zu ermöglichen und einen Teil Ihrer tollen, persönlichen, individuellen Ideen miteinzubeziehen.

Die kulturelle Bildungsarbeit versteht sich hier als Symbiose aus dem was die Kinder miteinbringen und den angeleiteteten Ideen. Einige Kinder entpuppen sich als sehr begabte DarstellerInnen. Das Erlernen und Durchhalten der Proben, sowie das „sich Merken“ ist um einiges besser geworden als zu Beginn und man kann seit ca. 4 Wochen mehr und mehr Vorfreude auf die baldige Präsentation spüren. Hoffentlich verstärkt sich diese Vorfreude und überträgt sich auf alle anderen, bei denen es noch etwas schwieriger scheint, sich an die Vorgaben und Freiheiten eines Tanz- und Theaterunterrichts anzupassen.“ (Katharina Helene Kluge)

Realisierung:
Ermöglicht wurde das Projekt von der Karl-Schlecht-Stiftung, die die Schule im Rahmen der Arbeit als Kulturschule unterstütz sowie der ebenfalls großzügigen Unterstützung des Fördervereins der Maria Montessori Grundschule Hausen.

Vita Katharina Helene Kluge:

Geboren  wurde ich in Sindelfingen. 2003 absolvierte ich mein Studium zur Tänzerin sowie Ballett- und Tanzpädagogin am Ballettförderzentrum in Nürnberg. Danach arbeitete ich als Tänzerin in der freien Szene, an der Deutschen Oper Berlin und der Staatsoper Stuttgart. Auslandsaufenthalte verbrachte ich 2006 in Jekaterinburg/Russland als Gastlehrerin und 2009/10 in Limerick/Irland. 2010 schloss ich mein Studium der Kultur- und Medienbildung mit den Schwerpunktfächern Theater/Literatur und Musik erfolgreich ab. Im Anschluss studierte ich im Masterstudiengang Tanzpädagogik/Community Dance an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden. Seit 2005 arbeitete ich u. a. als Choreographin und Ballett-/Tanzpädagogin, Inspizientin. Nach der Geburt meiner Zwillinge war ich von Mai 2015 bis Juli 2016 bei der TanzSzene Baden-Württemberg, „KoKo-Tanz“, der Kompetenz- und Koordinationsstelle für Tanzvermittlung in der frühkindlichen Kulturellen Bildung tätig. In der Spielzeit 2014/15 war ich erneut an der Oper Stuttgart in der Produktion „Die Fledermaus“ als Tänzerin zu sehen. Seit der Spielzeit 2015/16 bin ich für den Bereich Tanzvermittlung am Stuttgarter Ballett engagiert. Nun freue ich mich sehr auf die Arbeit mit den Kindern, Kollegen und den Betreuern der Maria Montessori Grundschule in Hausen.

Vita Tobias Metz:

Aufgewachsen in Düsseldorf und in Heilbronn. Während der Studienzeit zusätzliche theaterpädagogische Ausbildung mit dem Abschluss des Theaterpädagogen (BuT). Erstes Engagement als Theaterpädagoge und Dramaturg an der Württembergischen Landesbühne Esslingen. Dann Leiter der Kinder- und Jugendtheatersparte am Salzburger Landestheater. Dort verstärkt kulturpolitische Arbeit und Beginn von Stückentwicklungen für das Landestheater. Anschließend sieben Jahre als Theaterpädagoge beim Jungen Ensemble Stuttgart. Seit 2013 freiberuflich für die Württembergische Landesbühne Esslingen, das Junge Ensemble Stuttgart und das Staatstheater Stuttgart tätig. In zweiter Profession als Fotograf für Theater, Portrait und Reportagen aktiv.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Aufführungen zum Stück ‚Laserschwert und Spitzenschuh – und raus bist du!‘ fanden am 27. und 28. Juni 2018 im Jes in Stuttgart statt. Sehr stolz waren die Kinder, als sie in die, eigens für die Aufführungen entworfenen T-Shirts‘ schlüpfen durften. Der Titel des Theaterstücks verweist auch schon auf die inhaltliche Problematik des, von allen Kindern gemeinsam entworfenen Theater- und Tanzstücks, nämlich was ist eigentlich typisch für Jungens (Laserschwert) und was eher typisch für Mädchen (Spitzenschuh) und was passiert, wenn diese Rollen einmal getauscht werden? Schöpfen konnten die Kinder aus den Erfahrungen, die sie beim Besuch des Balletts ‚La fille mal gardée‘ im großen Haus und beim Theaterstück ‚Entweder und‘ im JES sammeln konnten. Weiterhin erinnerten viele Szenen des Theaterstücks an die Alltagsszenen in der Schule: Jungens möchten nicht neben Mädchen sitzen, eine Gruppe Kinder verschwört sich gegen eine andere Gruppe, Tränen fließen, Versöhnungen werden gefeiert, neue Freundschaften – auch zwischen Jungen und Mädchen – werden geschlossen, über die Zukunft wird nachgedacht („Was will ich einmal werden?“) und dergleichen mehr. Dass die Ideen der Kinder sprachlich und tänzerisch so treffend zum Ausdruck kamen, lag an der gründlichen Vorbereitung durch die Experten Katharina Helene Kluge (Tanzpädagogin) und Tobias Metz (Theaterpädagoge) und der Unterstützung der Klassenlehrerinnen sowie pädagogischen Fachkräfte der beteiligten beiden AU-Klassen (Lena Weinmann und Rolf Haller AU 2, Sonja Schultz und Nathalie Khan AU 4). Das ganze Schuljahr über wurde mit den Kindern für diese beiden Aufführungen gearbeitet und zwar immer am Dienstagvormittag, während der regulären Unterrichtszeit. Das Einbetten künstlerisch-kultureller Projekte in den Unterricht ist an vielen Schulen noch ein Novum, soll sich aber nach Willen des Kultusminsiteriums bald ändern. Basierend auf dieser intensiven Vorbereitungs- und Übungszeit, zeigten alle Kinder auf der Bühne große Präsenz und Selbsticherheit. Wie schon so oft bei ähnlichen Projekten, bewiesen hier besonders auch Kinder höchster Professionalität und ungeahnten Begabungen, die sonst im Schul- und Unterrichtsalltag eher unauffällig im Hintergrund blieben. Um so wichtiger sind Projekte und Produktionen dieser Art. Der herzliche Dank für den Einsatz richtet sich zunächst an die direkt beteiligten Betreuungskräfte, die die Kinder mit viel Geduld und Geschick zu den gezeigten überragenden Leistungen brachten, darüber hinaus aber auch an das Stuttgarter Ballett Jung mit der Leiterin Nicole Loesaus und dem JES mit dem Theaterpädagogen Peter Galka. Sie setzten von Anfang an sehr viel Vertrauen in die Schule und glaubten an die Umsetzung des großen Projekts. Ohne die großzügige Unterstützung der Karl-Schlecht-Stiftung im Rahmen der Kulturschule und den Geldern aus dem Innovationsfonds ‚Zukunft der Jugend‘ wäre das Projekt nicht realisierbar gewesen. Auch hierfür gilt unser herzlicher Dank!

A.M-Z

 

 

 

 

 

 

 

Im Stück ‚Laserschwert und Spitzenschuh – und raus bist du!“ spielten diese Kinderzeichnungen eine große Rolle.
Die Kinder stellten nämlich zeichnerisch dar, was sie einmal werden wollen. Obwohl das Theaterstück,
das die Kinder ja nach eigenen Idee konzipiert haben, versucht, mit Rollenklischees aufzuräumen,
weisen die Zeichnungen doch einige Stereotype auf. Mädchen wollen demnach gerne Lehrerin, Friseurin oder Tierärztin
werden, Jungs hingegen Fußballer, Rapper, Pilot, Busfahrer oder Spieletester. Egal wie der Betrachter oder die Betrachterin darüber denken mag, ansprechend und fröhlich sind die Zeichnungen allemal.