Presse

 

Im Stadtbezirk Weilimdorf gibt es, außer dem Kreisverkehr Solitudestraße, noch ein weiteres großes Bauprojekt der öffentlichen Hand. Am äußersten nord-westlichen Rand von Weilimdorf, in Hausen, begannen Mitte April die Bauarbeiten für den Erweiterungsbau der Maria Montessori Grundschule Hausen, kurz MMGH. Die Hausener Grundschule mit rund 180 Kindern ist seit 2015 eine Ganztagesschule. Der Unterricht und die Betreuung fanden bisher im Schulgebäude und einem, im Jahr 2005 errichteten, Pavillon in Containerbauweise statt Die Einführung des Ganztageskonzeptes verschärfte das eh schon vorhandene Platzproblem noch mehr, sodass sich die Stadt Stuttgart dazu entschloss das bestehende Schulgebäude zu erweitern und den, schon 2005 nur als Provisorium gedachten, Container-Pavillon abzureißen. Da die Bauarbeiten während des laufenden Schulbetriebs stattfinden, war es allerdings notwendig, für das alte Provisorium zuerst eine neue, temporäre, Behelfslösung zu schaffen. Aus diesem Grund wurde auf einer Freifläche zwischen Turnhalle und Jugendhaus ein neuer Container-Pavillon errichtet. Im Anschluss wurde der alte Bau mit Hilfe eines Autokrans abgetragen und die Container mittels Tieflader abtransportiert. Die Überlegung, die alten Container an den neuen Standort umzusetzen, wurde aus wirtschaftlichen Gründen fallen gelassen.
Im neuen Pavillon finden, wie im bisherigen alten Bau auch, rund 70 Grundschüler Platz. Neben mehreren Klassen-/ Betreuungsräumen und einem Speisesaal sind ein Raum für die Pädagogen und sanitäre Anlagen vorhanden. Diese neue Interimslösung hat eine Genehmigung für die nächsten 36 Monate, bis dahin wird der Erweiterungsbau des Schulgebäudes soweit fortgeschritten sein, sodass auch dieses Provisorium ein (endgültiges) Ende haben wird. Der komplette Umbau der Maria Montessori Grundschule Hausen wird im Sommer 2023 beendet sein. Die Kinder und Lehrer werden dann neben einem modernen und platzbietenden Schulgebäude auch neue Außenanlagen zur Verfügung haben. Weiterhin steht dann eine großzügige Mensa bereit, in der das gemeinsame Mittagessen stattfinden kann.
Viele weiter Informationen zur Maria-Montessori-Schule in Hausen, dem Montessori-Konzept und zu den Bauarbeiten findet man unter https://mmgh.de
Unter „Aktuell“ finden sich dort auch viele Anregungen und Ideen der pädagogischen Fachkräfte, um in der Corona-bedingten schulfreien Zeit den Kindern Abwechslung bieten zu können.

Weilaktiv. (ARO / Andreas Rometsch) Im Stadtbezirk Weilimdorf, Mittwoch, 06.05.2020

 

 

Seit 06.05.2020 in Aktuell, Presse

An der Maria Montessori Grundschule in Hausen ist Kunst fest in den Schullalltag integriert. Die Künstlerin Susanne Wadle war schon mehrfach zu Kunstprojekten zu Gast.
Susanne Wadle ist den Schülern der Maria Montessori Grundschule bestens bekannt. Die Künstlerin hat an der Schule schon mehrere Kunstprojekte durchgeführt. Sie hat mit den Schülern schon getont, im Rahmen eines Projektes den Drachen Nesu’ah aus Weidenzweigen geschaffen oder auch Klangbäume gebaut.
Beim jüngsten Projekt wurden gemeinsam afrikanische Masken hergestellt. Mit viel Fantasie haben die Teilnehmer des Kurses ihre Masken selbst entwickelt. „Wir haben die Masken aus Draht geformt und dann mit Zeitungspapier beklebt“, erklärt eines der Kinder begeistert. „Um die Masken zu verzieren, haben wir alle möglichen Dinge verwendet, die schon gebraucht waren.“ Neudeutsch würde man das wahrscheinlich als Upcycling bezeichnen. Für die Teilnehmer des Kunstprojektes war es einfach eine tolle Erfahrung, dass man aus gebrauchten Dingen etwas Neues basteln kann.
Entstanden sind in dem Projekt wunderbare Gestalten mit Strohhüten oder Hüten aus Blechtellern, mit einer Nase die Töne machen kann, weil sie in Wirklichkeit ein Xylophon ist und auch solche, die an wilde Tiere erinnern oder durchaus mondäne Damen. „Teilweise kann man die Masken auch aufsetzen“, erklärt ein weiterer Schüler.
An einem Tag wurden auch sogenannte Stabmasken aus Hartschaum gebaut. Entstanden sind dabei teils lustige, aber auch grauselige Gestalten, die die Schüler mit Stolz präsentierten.

Verschiedene Angebote
„Die Kunstprojekte mit Susanne Wadle kommen bei den Schülern immer sehr gut an”, erzählt Hayri Kurt. Wie alle Kunstprojekte an der Maria Montessori Grundschule fand auch das Maskenprojekt in den Ferien statt. „Wir bieten in allen Ferien verschiedene Programme an“, so Kurt weiter. Die Maria Montessori Grundschule ist eine gebundene Ganztagesschule, an der in allen Ferien eine Betreuung von 8 bis 17 Uhr angeboten wird. Insgesamt gibt es an der Schule nur 23 Schließtage.
Auf dem Programm in der Ferienbetreuung standen schon Angebote wie Basteln mit Naturmaterialien, süße Energiekugeln selber machen, Experimentieren mit Farben, einen Animationsfilm drehen oder selbst Taschen aus bunten Stoffen nähen. Auch ein eigenes Wappen für die Fußballmannschaft der Schule wurde schon gemeinsam in der Ferienbetreuung entwickelt.

Wünsche erlaubt
„Die Schüler können für die Ferienprogramm auch Wünsche äußern und die Angebote bewerten“, erklärt Kurt. „Frau Wadle taucht bei den Wünschen sehr oft auf“, meint er lachend.
Der zeitliche Ablauf bei den Ferienangeboten sei im Grunde immer gleich. Ankunft und Frühstück ist in der Zeit zwischen acht und zehn Uhr, ab zehn Uhr sind die Kinder dann eineinhalb Stunden bei den von ihnen gewählten Angeboten beschäftigt. Danach ist eine kurze Pause und ab zwölf Uhr gibt es Mittagessen. Am Nachmittag sind die Kinder dann noch einmal zwei Stunden in ihren Projektgruppen aktiv und danach ist freies Spielen angesagt. „Manche Kinder sind bis 17 Uhr da, andere werden etwas früher abgeholt“, erzählt Kurt. „Wichtig ist uns aber, dass die Kinder immer die Arbeiten, die sie angefangen haben, auch fertig machen können.“
Übrigens in den Hebstferien findet auch wieder ein Ferienprogramm statt. Das steht dann unter der Überschrift „Rund um das Thema alles was fliegt“.

Zeitung: In und um Weilimdorf, 25.10.2019 / Text+Fotos: Tommasi

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Gemeinsames Projekt von Kindergartenkindern und Schülern

Akrobaten, Jongleure, Hochseilartisten und Pausenclowns

 

Hausen (tom). Für die Kindergartenkinder und Schüler im Bildungshaus Hausen stand vor kurzem Zirkus auf dem Stundenplan. Am Ende des einwöchigen Workshops präsentierten die Artisten das Gelernte der Öffentlichkeit.

 

„Hereinspaziert, hereinspaziert – kommen, hören, staunen” hieß es kürzlich in Hausen. In der Manege unter dem Zirkuszelt des Circus Piccolo erwartete die Besucher der öffentlichen Vorstellung des Bildungshauses Hausen ein vielfältiges Programm.

„Manege frei für das Bildungshaus Hausen“, begrüßte die „Zirkusdirektorin“ Tana Riedesel die Gäste im weiten Rund. Unterstützt wurde sie bei ihrer Moderation von den Pausenclowns. Die allerdings verwechsenlten so einiges und machten aus Bodenakrobaten – Bohnentomaten, aus Jongleuren und Tellerkindern – Friseure und Nutellakinder oder aus Trapezkünstlern – Trompetenkünstler.

 

Jonglage auf der Kugel

Los ging es im Programm dann mit den Hochseilartisten. Die hatten in dem einwöchigen Kurs nicht nur gelernt sicher über das Hochseil zu gehen, sondern auch eine Standwaage auf dem Seil zu stehen oder einen Spagat zu machen. Die Boden-Akrobaten begeisterten das Publikum mit Flic-Flacs und waghalsigen Menschenpyramiden, Die Jongleure wirbelten Ringe oder Tücher durch die Luft, die Kugelkinder balancierten und jonglierten auf einer großen Kugel und die Hula-Hoop ließen gekonnt die bunten Ringe um die Hüften kreisen. Nicht zu vergessen die Trapezkünstler, die in schwindelnder Höhe ihre Kunststücke zeigten. Einlagen gab es im Zirkusprogramm auch immer wieder von den Trainern der Kinder.

 

Dickes Lob

Nach Ende der Vorstellung gab es riesigen Beifall vom Publikum und ein dickes Lob von der Schulleiterin der Maria-Montessori-Grundschule Hausen, Angelika Müller-Zastrau für die jungen Artisten. „Ich bin stolz darauf, was Ihr in den vergangenen Tagen in dem Zirkusprojekt gelernt habt.” An der Stelle dankte die Schulleiterin dem Zirkusteam, das die Kinder während der Woche betreut hatte sowie den pädagogischen Fachkräften der Schule, die die Kinder begleitet hatten. Einen großen Dank sprach Müller-Zastrau auch dem Kinder und Jugendhaus Hausen aus, auf dessen Gelände das Zirkuszelt während der gesamten Projektwoche aufgestellt war. Finanziert worden sei das Projekt aus Mittel der Kulturschule, durch einen Zuschuss des Bezirksbeirates und Unterstützung von Seiten des Elternbeirates. „Solche Projekte sollte es noch viel öfter geben“, betonte die Schulleiterin.

 

Die Idee das Zirkusprojekt im Bildungshaus Hausen, einer Kooperation der Grundschule mit den Kindertageseinrichtungen im Ortsteil, durchzuführen sei vor einem Jahr entstanden, erzählt die Schulleiterin. Eine der Lehrerinnen im Anfangsunterricht habe den Vorschlag gemacht.

 

Vielfältige Körpererfahrung

Der Zirkus ist eine tolle Sache, so Müller-Zastrau. Die Kinder hätten in der Projektwoche nicht nur vielfältige Körpererfahrungen sammeln können, sie hätten zudem auch sehr intensive Gruppenerlebnisse gehabt. Das Üben an den Geräten erfordere unheimliche Konzentration und das über lange Zeit, erklärt Tana  Riedesel. Außerdem werde mit Koordinationsübungen auch das Gehirn trainiert.

 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt, der sich durch das Zirkusprojekt einstelle, sei, dass die Kinder dabei erfahren, dass auch schwierige Dinge durch häufiges Wiederholen gelernt werden, so die Schulleiterin weiter. Und auch die Tatsache, dass Schüler, die sonst nicht immer zu den Besten zählen, beim Zirkus glänzen können, wirke sich positiv aus. Das bestätigte auch Tana Riedesel. Die Erfahrung zeige, das Kinder, die zunächst sehr schüchtern sind, in den Zirkusprojekten regelrecht aufblühen. Auch beim Projekt in Hausen sei das so gewesen.

 

Die Familie Riedesel bietet schon seit vielen Jahren Zirkusprojekte an. An der Montessorie Grundschule war ein sechsköpfiges Team – allesamt Familienmitglieder – dabei. Am ersten Projekttag hatten die Kinder die Möglichkeit, die verschiedenen Sparten des Zirkus kennenzulernen. Danach konnten sie selbst entscheiden, wo sie ihre Schwerpunkte legen möchten. Dass die Woche viel Spaß gemacht hat, war den Kindergartenkindern und Schülern bei der Abschlussgala förmlich ins Gesicht geschrieben.

 

Der Zirkus Piccolo bietet Zirkus-Workshops für alle Schularten von der Grundschule über die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium bis zur Förderschule an. Auch Kindergärten oder andere Kinder- und Jugendeinrichtungen können mit Familie Riedesel gerne Termine vereinbaren. In Leonberg finden beispielsweise in den Sommerferien vier Zirkus-Workshops für Kinder von 6 bis 16 Jahren auf der Engelberwiese statt und zwar von der zweiten bis zur fünften Ferienwoche jeweils von 9 bis 16 Uhr. „Dort können auch Nicht-Leonberger mitmachen“, verrät Tana Riedesel.

In und um Weilimdorf; Text/Fotos: Tommasi, 05.07.2019

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Seit 05.07.2019 in Aktuell, Kulturschule, Presse, Sozial, Sport

Weilimdorf (tom). In der Maria-Montessori-Grundschule Hausen wurde ein Schüler kürzlich sozusagen außer der Reihe eingeschult. Die Schulgemeinschaft begrüßte Tomos im Rahmen einer kleinen Begrüßungsfeier ganz herzlich mit dem Schullied.

„Bei uns wird seit Anfang an das Projekt Schulanfang auf neuen Wegen umgesetzt“, erzählt die Schulleiterin der Maria-Montessori-Grundschule Hausen, Angelika Müller-Zastrau. Das Projekt wurde vom Kultusministerium Baden-Württemberg 1997 ins Leben gerufen, dem Schuljahr, in dem die Grundschule in Hausen erstmals ihre Türen öffnete. „Die Schulleiter haben beim Einschulungstermin viel Freiheit“, erklärt Müller-Zastrau. Im Grunde könne ein Kind zu jeder Zeit während eines Schuljahres eingeschult werden. In diesem Jahr hat die Familie von Tomos diese Möglichkeit in Anspruch genommen

Unterjährige Einschulung

Die unterjährige Einschulung sei nicht das Grundprinzip, erklärt Müller-Zastrau. In den meisten Schulen gibt es tatsächlich eine große Einschulungsfeier nach den Sommerferien, in deren Rahmen alle Erstklässler auf einmal begrüßt werden. Kindergerechter sei, Kinder ganz individuell einzuschulen, so Müller-Zastrau. Es gebe sogar Länder, die ganz individuell einschulen. Für die Maria-Montessori-Grundschule in Hausen sei die Einschulung während des Schuljahres kein Problem. „Mit unserer offenen Unterrichtsform können wir die Kinder bes­tens integrieren“, so Müller-Zastrau. Mit der Freiarbeit gehe das mühelos.

Die Möglichkeit, dass Kinder auch während des Schuljahres eingeschult werden können, sei bei den Eltern nicht sehr bekannt, weiß die Schulleiterin. In Anspruch genommen werde die Möglichkeit für Kinder, die noch etwas mehr Zeit zum Spielen brauchen. Es gebe aber auch Hochbegabte, die früher eingeschult werden.

„Wir arbeiten im Bildungshaus eng mit dem Kindergarten zusammen“, so Müller-Zastrau weiter. So würden die Lehrer die Kinder früh kennenlernen und könnten sie dadurch besser einschätzen. Und auch die Kinder würden die Schule dank dem Bildungshaus schon früh kennenlernen. Dadurch gelinge der Übergang vom Kindergarten in die Schule problemlos.

Die Eltern von Tomos waren bei der Einschulung dabei. „Durch die enge Kooperation der Schule mit dem Kindergarten habe Tomos die Schule schon gekannt und sich gleich wohlgefühlt, so Vater Christian Bruns. Zudem gehe seine Schwester ebenfalls hier in die Schule. „Wir haben wegen der unterjährigen Einschulung nachgefragt”, erklärt Christian Bruns. „Die Erzieher haben das befürwortet und wir sind froh, dass es diese Möglichkeit gibt.

In und um Weilimdorf vom 22.03.2019, Text und Foto: Tommasi

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Hausen Ein Gedächtnistrainer hat mit den Mädchen und Buben der Maria-Montessori-Grundschule geübt.

Von Petra Mostbacher-Dix

Zehn Gegenstände in sechs Minuten merken? Manche der Dritt- und Viertklässler der Maria-Montessori-Grundschule in Hausen staunen, was ihnen Gregor Staub da erzählt. Der Gedächtnistrainer und „Lernphilosoph“ ist zu Gast mit seiner Mega Memory-Methode – und er schafft es wirklich, in kurzer Zeit auch die Kinder, die zunächst unruhig waren, für die „Magie des Lernens“ zu begeistern. Das beginnt schon mit seiner ersten Übung.

Staub gibt vor, seine Frau hätte bei ihm telefonisch eine Einkaufsliste in Auftrag gegeben. Nun gilt es, auf die Schnelle zehn Lebensmittel in den grauen Zellen einzuspeichern. Die Kinder helfen mit. „Sechs Eier? Die packe ich mir in die Schuhe, das macht dann so“, der Schweizer gibt matschige Geräusche von sich, während die Mädchen und Buben lachen. Den Salat lässt er auf den Knien wachsen, die Tomaten kommen in die Hosentasche „grtsch“ – und der Zucker in den Bauchnabel, der dort kratzt. Mit dem Mehl pudert er sich das Hemd, die Karotte hängt an der Krawatte, der Pfeffer bitzelt auf der Zunge und die Kartoffeln wachsen im Acker des Genicks. Und plötzlich schweben lauter Bilder in der Luft inklusive Geräusche, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Keine zwei Minuten dauert es, bis die Kinder begeistert die Einkäufe wiederholen – ohne sie im üblichen Sinne auswendig gelernt zu haben. „Es sind nicht nur die Bilder“, erklärt Gregor Staub. „Es geht auch um die Logik, das Verknüpfen mit dem Ort, wo ich etwas hingetan habe.“ Dinge, die man nicht logisch ablege und verstehe, die seien kaum im Kopf zu behalten. „Daher ist das mit der Grammatik manchmal schwer“, so Staub und erklärt, wie sich die Meister der Technik Hunderte von Dingen merken können. „Sie füllen den Raum damit.“

Dass dies funktioniert, zeigt sich denn auch bei zehn Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. So mancher der Grundschüler mag deren Namen davor nie gehört haben, und doch können sie diese plötzlich chronologisch aufzählen. Bis auf den jetzigen und seinen Vorgänger! „Obama ist bekannt – und nun ist einer im Amt, der es nicht verdient hat“, sagt Staub und schmunzelt, bevor er auf das Flipchart haut und sagt es sei aus Eisen. Ach ja, Eisenhower. Kennedy ist nebenan, nämlich der Stift auf dem Board daneben, der mit dem bayerischen „Kenn i di?“ verknüpft wird. Johnson wiederum steckt im Bild von Johnny Depp, der als Captain Jack Sparrow in der Karibik auf der Brücke seines Schiffs steht – samt Sohn, John-Sohn eben. Für Nixon schwimmen lauter Nixen auf dem Fenster – und plötzlich sind die Punkte in einem Klebebild fort, klar, Präsident Ford. Für Carter steht wiederum ein Kater Pate, der sich eingerollt im Spiegel betrachtet. Und bei Reagan regnet es vom Regal.

Das Mega-Memory schlägt so ein, dass die Schüler die fünf Chancen gar nicht brauchen, die Staub ihnen gibt, um die jeweiligen Aufgaben zu üben. Um zu wiederholen, bittet er die Kinder, sich gegenseitig die stets in Geschichten verpackten Dinge zu erzählen, ob das nun die Bundesländer sind oder wie man Rhythmik schreibt. „Ich freue mich über jeden Fehler, weil ich ihn verbessern kann, und wenn ich es richtig habe, umso besser. Ich freue mich also doppelt beim Lernen“, muntert er die Acht- bis Zehnjährigen auf.

Das gilt auch für Mathe. Methoden und andere Tipps zur Merkfähigkeit lernen am Nachmittag die Lehrer von ihm, am Abend sind die Eltern dran. Die zahlen dann allerdings Eintritt, das Seminar will ja finanziert sein. „Die Schule bekommt es gratis“, so Staub, der als Geschenk eine DVD mit seinen Übungen dabei hat. „Ich will Lehrkräfte so firm machen, dass sie selbstständig mit den Kindern weitermachen können.“ Er gehe zum größten Teil in Schulen, so der Gedächtnistrainer, der in Thailand lebt und schon allerlei Manager, Stars, aber auch Studierende und Angestellte in Sachen Gedächtnis fit gemacht hat.

Nach Hausen holte ihn der Förderkreis der Maria-Montessori-Grundschule. Rektorin Angelika Müller-Zastrau ist begeistert: „Ich kenne Gregor Staub schon lange, von einem Vortrag in einer Bank. Wir sind eine Brennpunktschule, was er mit den Kindern da geschafft hat, ist unglaublich.“ Auch Lehrerin Lisa Palz bestätigt: „Klasse! So habe ich unsere Dritt- und Viertklässler noch nicht erlebt.“

Beilage der Stuttgarter Zeitung / Nord-Rundschau vom Montag, 4.MÄRZ 2019, Text und Foto con Petra Mostbacher-Dix

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