Presse

 

 

Weilimdorf (tom). An der Maria Montessori Grundschule in Hausen werden seit rund fünf Jahren interreligiöse Feiern begangen. Ziel der Feier ist es, den Kindern die jeweils andere Religion näher zu bringen.

 

„Der Impuls kam von den Eltern und der Lehrerschaft”, erklärt Schulleiterin Angelika Müller-Zastrau. Zunächst seien unter anderem die Feste im Christentum, Judentum und Islam ein Thema gewesen.  Diese zu thematisieren habe sich letztlich als Türöffner erwiesen. In der Folge hätten sich Eltern, die vorher nicht in Erscheinung getreten sind, vermehrt in der Schule engagiert. „Heute ist bei uns eine Muslimin Elternbeiratsvorsitzende”, freut sich die Schulleiterin.

 

Begegnung der Religionen

In der Schule gebe es rund 70 Kinder mit Migrationshintergrund, so Müller-Zastrau weiter.  Seit drei Jahren gebe es an der Schule auch Islamunterricht. Und bei den interreligiösen Feiern, seien Vertreter verschiedener Religionen dabei. Bei der jüngsten Feier etwa wurde die Feier vom evangelischen Schuldekan Uwe Böhm, der Jüdin Nelly Puschkin und Zehra Isikhan-Vieriu, der Lehrerin für islamischen Religionsunterricht an der Schule gestaltet.

 

Bei den interkulturellen Feiern werden  gemeinsam Lieder der verschiedenen Religionen gesungen und Texte gelesen auf Deutsch, Hebräisch und Arabisch. Zudem spielen die Kinder verschiedene Szenen, die immer wieder deutlich machen, dass Menschen verschiedenen Glaubens gemeinsame Wertvorstellungen haben wie Freiheit, Selbstbestimmung, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit oder Fairness.

 

„Engel als Begleiter”

Bei der jüngsten Feier lautete das Thema „Engel als Begleiter”. Grundlage war die Bildergeschichte „Opas Engel”. Engel seien Beschützer und Begleiter fürs Leben, erläutert Böhm Und die Kinder konnten selbst einige Geschichten erzählen, bei denen alles glimpflich verlaufen ist – weil es den sprichwörtlichen „unsichtbaren Beschützer” gab. Es gebe auch Engel ohne Flügel, denen man jeden Tag begegnen könne, so Böhm. Anschließend wurden verschiedene Texte aus den drei Religionen zum Thema Engel gelesen und in allen waren diese Helfer und Beschützer. Fazit der Schüler: „Engel gibt es in allen Religionen”.

 

Zu den Festen gebe es auch im Unterricht begleitende Informationen und Materialien. „Wir glauben, dass wir dadurch Toleranz und Respekt vermitteln”, so Müller-Zastrau. „Das ist gelebte Integration.”

 

Im Religionsunterricht ist der interreligiöse Ansatz ebenfalls ein Thema. Die Kinder besuchen im Unterricht eine katholische und eine evangelische Kirche, eine Synagoge und eine Moschee. Auch das sei gelebte Integration und fördere das Verständnis füreinander, erklärt die Schulleiterin.

 

Solche interreligiöse oder auch multireligiöse Feiern gebe es inzwischen in verschiedenen Schulen, erklärt Böhm. Und sie würden sehr gut ankommen, freut sich der Schuldekan.

 

 

In und um Weilimdorf vom 14.09.2018, Text und Fotos: Uwe Tommasi

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Seit 13.09.2018 in Aktuell, Presse

 

 

Weilimdorf (tom/red). Im dritten und letzten Jahr der Kooperation der Maria Montessori Grundschule Hausen mit dem Stuttgarter Ballett Jung und dem Jungen Ensemble Stuttgart (JES)  beschäftigten sich die 50 beteiligten Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und acht Jahren mit dem Thema: „Was ist eigentlich typisch für Jungen und was ist typisch für Mädchen?“

 

Beim diesjährigen Projekt der Maria Montessori Grundschule Hausen mit dem Stuttgarter Ballett Jung und dem Jungen Ensemble Stuttgart (JES) stand das Thema „Was ist eigentlich typisch für Jungen und was ist typisch für Mädchen” auf dem Programm. Zu dieser Thematik haben die Kinder ein Tanz- und Theaterstück entwickelt, das sie gleich zwei Mal im JES-Theater Stuttgart zur Aufführung gebracht haben.

 

Genderproblematik

Der Titel  des Theaterstücks „Mit Laserschwert und Spitzenschuh – und raus bist du“ verweist  auch  schon  direkt  auf  die inhaltliche Genderproblematik und die  darin angestellten Überlegungen, was passiert, wenn die Rollen einmal getauscht werden.

 

Schöpfen konnten die Kinder aus den Erfahrungen, die sie beim Besuch des Handlungsballetts „La fille mal gardée” im Großen Haus und beim Theaterstück „Entweder und” im JES sammeln konnten.

 

Viele Alltagsszenen

In dem von den Schülern entwickelten Theaterstück erinnerten dann viele Szenen an Alltagsszenen in der Schule: Jungen möchten nicht neben Mädchen sitzen, eine Gruppe Kinder verschwört sich gegen eine andere Gruppe, Tränen fließen, Versöhnungen werden gefeiert, neue Freundschaften – auch zwischen Jungen und Mädchen – werden geschlossen,  über die Zukunft wird nachgedacht („Was will ich später einmal werden?“) und dergleichen mehr.

Dass die Ideen der Kinder sprachlich und tänzerisch so treffend zum Ausdruck kamen, lag an der gründlichen Vorbereitung durch die Experten Katharina Helene Kluge (Tanzpädagogin und Leiterin der Tanzvermittlung des Stuttgarter Balletts Jung) und Tobias Metz (Theaterpädagoge und Leiter der theaterpädagogischen Abteilung an der württembergischen Landesbühne Esslingen). Tatkräftige Unterstützung erhielten die beiden Tanz- und Theaterpädagogen dabei von den Klassenlehrerinnen und pädagogischen Fachkräften der beiden beteiligten Klassen (Lena Weinmann und Rolf Haller, Sonja Schultz und Nathalie Khan).

 

Intensive Vorbereitung

Das ganze vergangene Schuljahr über arbeiteten die Pädagoginnen und Pädagogen mit den Kindern für die zwei Aufführungen intensiv und zwar immer am Dienstagvormittag, während der regulären Unterrichtszeit. Dabei war sicherlich der Weg, also die Probezeit an sich, für die Kinder der eigentliche zentrale Lern- und Entwicklungsgewinn.

 

Basierend auf dieser intensiven Vorbereitungs- und Übungszeit, zeigten alle Kinder auf der Bühne große Präsenz und Selbstsicherheit. Viele Impulse aus dem zuvor gesehenen Ballett und dem Schauspiel  bauten die Kinder auch in ihre Darbietung mit ein, so zum Beispiel das Tanzen und Agieren mit bunten Bändern.

 

Stolz waren alle Kinder besonders auch auf die T-Shirts, die eigens für die Theaterproduktion für sie angefertigt wurden. „Wie schon so oft bei ähnlichen Projekten, bewiesen besonders auch die Kinder höchste Professionalität und ungeahnte Begabungen, die sonst im Schul- und Unterrichtsalltag eher unauffällig im Hintergrund blieben”, stellten die beteiligten Pädagoginnen und Pädagogen einstimmig fest. Schön auch, dass sich Kinder asylsuchender Familien so mühelos in das Projekt eingliedern ließen und sowohl mit ihrem Rhythmusgefühl als auch mit ihren neu gewonnenen deutschen Sprachkenntnissen überzeugten.

 

Wichtige Projekte

Umso wichtiger sind Projekte und Produktionen dieser Art, denn sie fördern die Kinder intensiv in vielen verschiedenen Bereichen und stärken sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Das Einbetten künstlerisch-kultureller Projekte in den Unterricht selbst, ist an vielen Schulen noch ein Novum, soll sich aber nach Willen des Kultusministeriums und der Karl-Schlecht-Stiftung bald ändern.

 

Die Rektorin der Maria-Montessori Grundschule in Hausen, Angelika Müller-Zastrau, ist sehr beeindruckt von der mehrjährigen, sehr erfolgreichen, künstlerischen Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Ballett Jung und dem JES. „Die Kinder wurden einfühlsam an Probleme der Zeit herangeführt. Im ersten Jahr thematisierte Sonja Santiago vom Stuttgarter Ballett Jung den Begriff Heimat und was Kinder, besonders auch Kinder Asylsuchender, brauchen, um sich irgendwo auf der Welt heimisch zu fühlen und zeigte das Ergebnis in einer bemerkenswerten Aufführung im Kammertheater. Im zweiten Jahr beschäftigten sich die Kinder mit dem Begriff Nesu’ah (das ist Hausen rückwärts gesprochen und bedeutet auf Hebräisch „die Gereiste“. Aus Nesu’ah wurde nach dem Willen der beteiligten Kinder „NeSCHUH’ah“, die Drachenfrau mit einem ausgeprägten Schuhtick und einer eindrucksvollen Geschichte, die sie auch im JES zur Aufführung brachten. Und auch beim letzten Stück bewiesen die Kinder wieder, dass  sie Problemstellungen in einen neuen Gesamtkontext stellen und auf der Bühne sicher und eindrucksvoll präsentieren können!“

 

Möglich wurde die mehrjährige künstlerische Zusammenarbeit mit Ballett und Theater mit den Aufführungen im Kammertheater und dem JES nur dank der großzügigen Unterstützung der Karl-Schlecht-Stiftung im Rahmen der Kulturschule 2020 und den Geldern aus dem Innova­tionsfonds „Zukunft der Jugend”, merkte die Schulleiterin noch an. „Schön wäre es, wenn solche Projekte eines Tages ganz selbstverständlich zum Schulalltag gehören könnten.“

 

Zirkus kommt als nächstes

Etwas wehmütig sind die Kinder und alle Beteiligten schon, dass die erfolgreiche Kooperation mit dieser Kunstszene nun zunächst einmal beendet ist. „Es muss ja kein Ende für immer sein“, meint Nicole Loesaus, die Leiterin des Stuttgarter Balletts Jung schmunzelnd und deutet damit an, dass sie sich eine Fortsetzung der gelungenen und harmonischen  Zusammenarbeit mit der Maria Montessori Grundschule Hausen in naher oder etwas entfernterer Zukunft  durchaus vorstellen kann. Bis dahin wird es an der Maria Montessori Grundschule Hausen bestimmt nicht langweilig, denn ein  neues Projekt, eine Kooperation mit dem Zirkus Piccolo

In und um Weilimdorf vom 07.09.2018, Text: Uwe Tommasi, Fotos: mmgh

   

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Seit 13.09.2018 in Aktuell, Presse

Weiteres Kunstprojekt an der Maria-Montessori-Grundschule Hausen
Zur Fußball Weltmeisterschaft gibt es ein Schul-Sticker-Album

Hausen (tom).

An der Maria-Montessori-Grundschule Hausen fanden schon zahlreiche Kunstprojekte statt. Beim jüngsten Projekt drehte sich vieles – passend zur Fußball-Weltmeisterschaft – um das runde Leder, aber auch um einen abgeflachten Ikosaeder.
„Das Runde muss ins Eckige”, lautet eine alte Fußball-Weisheit. Doch was, wenn das runde irgendwie auch etwas Eckiges wäre oder zumindest gewesen wäre. Was bliebe dann von dieser Weisheit übrig?
Ganz so philosophisch sind die Schüler der Maria-Montessori-Grundschule in Hausen die Sache nicht angegangen, doch sie haben im Rahmen eines Kunstprojektes gelernt, dass ein Fußball alter Prägung unaufgepumpt ein abgeflachter Ikosaeder ist, der aus genau 32 Fünfecken besteht.
Geleitet haben dieses Kunstprojekt die Künstlerin Susanne Wadle, die schon mehrere Workshops an der Schule durchgeführt hat und der pädagogische Mitarbeiter der Schule Jonescu von Wolff, der selbst auch Künstler ist.

Geschichten über Herrn Lüthi

Von Woff bietet in der Schule einmal pro Woche einen Kreativ-Workshop an, an dem zahlreiche Kinder teilnehmen. Ideengeber in dem Kunstprojekt sind fantasievolle Geschichten über einen gewissen Herrn Lüthi, der in einem Schweizer Bergdorf lebt. Lüthi ist ein Künstler, der gerne Abenteuerromane liest und sich gerne mit abgeflachten Ikosaedern und anderen mathematischen Formen beschäftigt. Lüthi hat auch einen Hosen-Taschen-Haus-Roboter namens Marvin. Herr Lüthi hat die unglaublichs­ten Ideen, die er dann in seinem Atelier umsetzt.
„Den Künstler Urs Lüthi gibt es tatsächlich”, erklärt von Wolff. Von dem Schweizer gibt es beispielsweise ein Foto, auf dem er auf einem scheinbar fliegenden Teppich sitzt. Dieses Bild war die Grundlage für eine der Geschichten, die von Wolff zu Beginn des Workshops einmal erzählt hat. Was die Schüler mit viel Fantasie aus der Geschichte gemacht haben, ist in einer kleinen Ausstellung im Foyer der Schule zu sehen.

Kunstprojekt zum Fußball

Doch zurück zum abgeflachten Ikosaeder. Er ist der beste Freund von Herrn Lüthis Ho­sen-Taschen-Haus-Roboter Mar­­vin. Die beiden haben zusammen natürlich auch eine tolle Geschichte erlebt, bei der ein Fußball eine große Rolle spielt. In den Pfingstferien haben die Teilnehmer des Kunstprojektes dann selbst überdimensionale Fußbälle hergestellt – aus Drahtgeflecht, das mit Papier befüllt und dann mit Zement ummantelt wurde. Anschließend wurden die Bälle bemalt – mit Flaggen verschiedener Länder, aber auch mit anderen Motiven.

Fußballthemen angesprochen

„Wir haben im Rahmen des Projektes natürlich auch viel über Fußball gesprochen”, erzählt von Wolff. Etwa darüber, dass 1991 die erste Fußball-Weltmeisterschaft stattfand – der Damen. Aber auch aktuelle Themen wurden angesprochen, wie die Fehler von Torhüter Karius beim Champions-League Finale und natürlich über die Spieler der Deutschen Nationalmannschaft. Insbesondere Mario Gomez vom VfB Stuttgart sei ein Thema für die Schüler gewesen. „Der VfB ist sehr wichtig für die Schüler. Ich glaube alle hier lieben den Verein.”

Sticker-Album der Schule

Apropos VfB. Den hat von Wolff wegen eines weiteren Projekts rund ums  Thema Fußball angeschrieben. Ideengeber zu diesem Projekt waren die Sticker-Alben, die es zu jeder Fußball-Welt­meis­terschaft gibt. „Wir haben ein Montessori WM-Sammelalbum aufgelegt”, erklärt von Wolff. Stars des Albums sind die Lehrerinnen und Lehrer der Maria-Montessori-Grundschule Hausen – alle mit Bart. Insgesamt 13 Lehrerinnen und Lehrer sind in dem Sammelalbum vertreten. Mit dabei sind darüber hinaus auch die Schulhunde. „Außerdem haben wir vom VfB die Genehmigung bekommen, ein Bild vom Maskottchen des Vereins – dem Fritzle – ins Sticker-Album aufzunehmen”, freut sich von Wolff. Fritzle hat natürlich auch einen Bart bekommen.
„Dieses Schul-Sticker-Album ist glaube ich eine absolute Weltneuheit”, erklärt von Wolff. Er habe zumindest nicht derartiges finden können, auch nicht im WorldWideWeb.  Das Sticker-Album ist pünktlich zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft fertig geworden, so dass die Schüler jetzt ihre ganz persönlichen Stars sammeln können.
Von Wolff hat in Kassel Kunst studiert und eine Ausbildung als Erzieher gemacht. Er ist seit 15 Jahren als  selbständiger Künstler tätig und ist seit März pädagogischer Mitarbeiter an der Maria-Montessori-Grundschule in Hausen. Geschichten mit Herrn Lüthi werde es im wöchentlichen Kunstprojekt weiterhin geben, so von Wolff. „Ich schreibe die Geschichten einfach, weil ich sie gerne schreibe.“  Und der vor Ideen förmlich sprühende Künstler und Pädagoge hat auch schon eine Idee, was am Ende des Kunstprojektes passieren soll. „Ziel ist es, am Ende ein eigenes Buch zu machen” – mit den Geschichten von Herrn Lüthi und den Bildern der Schülerinnen und Schüler.

In und um Weilimdorf, Text / Fotos: Tommasi; 15.06.2018

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Seit 20.06.2018 in Aktivitäten, Aktuell, Kunst, Presse

Wenn der (Schul-)Leiter nicht mehr zu gebrauchen ist!

Hausen (tom). Immer am letzten Tag vor den Faschingsferien steht in der Maria-Montessori-Grundschule Hausen eine Theateraufführung auf dem Programm. Dieses Jahr war die Händlerin der Worte zu Gast.

Ein Marktstand in der Schule – das findet man nicht alle Tage. In der Turnhalle der Maria-Montessori-Grund­schule in Hausen allerdings war kürzlich ein bunter Marktstand aufgebaut. Obst oder Gemüse, Käse, Fleisch oder Eier suchte man an dem Stand allerdings vergeblich. Die Händlerin hatte Worte aller Art im Angebot, kleine und große Worte, lustige Worte, aber auch Ersatzworte und solche die man auf die Goldwaage legen kann.
Im Gepäck hatte die Händlerin auch sogenannte Teekesselchenworte – also solche, die gleich klingen und auch gleich geschrieben werden, aber eine unterschiedliche Bedeutung haben. Einige dieser Teekesselchenworte stellte die Händlerin den Schülern in einem Rätsel vor. Und sie hatte die verschiedenen Bedeutungen auch tatsächlich in zwei Teekesselchen versteckt. Die Birne zum Beispiel – also die eine, die man essen kann und die andere, die in der Lampe leuchtet. Oder den Nagel – also den am Finger und den anderen, den man mit einem Hammer in die Wand hauen kann.

Was macht der Artikelomat?
Eine besonders große Kiste hatte die Händlerin mit den Artikeln der, die und das dabei. Um die den Worten richtig zuordnen zu können, hatte sie einen „Artikelomat” mitgebracht. Ein Gerät, in das man oben ein Wort einwirft und unten der dazu passende Artikel herauskommen. Mit einzelnen Worten klappte das ganz gut.

Verwechslungen sind möglich
Als sie aber versucht, einen fehlenden Artikel in einem Satz einzubauen, passiert ein fataler Fehler. „Leiter ist nicht mehr zu gebrauchen”, hieß der Satz. Dabei ging es eigentlich um eine Gartenleiter. Der Artikelomat spuckte aber nicht den erwarteten Artikel „die” aus, sondern ein „der”. „Das ist falsch”, waren sich die Schüler einig. Doch der Artikelomat hatte recht. Er meinte allerdings nicht die Gartenleiter, sondern zum Beispiel den Schulleiter, der nicht mehr zu gebrauchen sei. „Ein Glück, dass die Maria-Montessori-Grundschule eine Schulleiterin hat”, meinte die Händlerin lachend. Der Artikelomat müsse wissen, was der Satz sagen will, erklärt sie den Schülern, sonst könne es tatsächlich zu Verwechslungen kommen.

Der Händlerin alias Véronique Weber gelang es, die Schüler während der gesamten Vorstellung zu fesseln. Gewürzt mit Lieder war es eine kurzweilige The­ateraufführung. Das Theaterstück wurde übrigens 1999 in Frankreich unter dem Titel „La marchande de mots“ uraufgeführt. Seit 2005 ist es im Spielplan der Nimmerland Theaterproduktion.

„Wir haben immer vor den Faschingsferien eine Theateraufführung in der Schule”, erklärt Schulleiterin Angelika Müller-Zastrau. Finanziert werde der Theaternachmittag von den Eltern. Im nächsten Jahr werde dann „Der kleine Prinz” mit Theater und Orchester aufgeführt.

Kulturschule geht weiter
Müller-Zastrau berichtet weiter, dass die Maria-Montessori-Grundschule ihre Zusammenarbeit mit dem JES Theater Stuttgart und dem Stuttgart Ballett Jung im Rahmen des Programms Kulturschule fortsetzt. Wie bei dem Stück „Neschu’ah“, in dem erzählt wurde, wie Drachenfrau Nesu’ha ihre verlorenen Schuhe zurückbekommt, erarbeiten die Schüler den Inhalt des neuen Stückes gemeinsam mit Theater- und Tanzpä­dagogen. „Thema des Stücks werden dieses Mal die Geschlechterrollen sein”, erklärt Müller-Zastrau. Zu dieser Thematik hätten die Schüler auch schon eine Theateraufführung besucht und würden noch zu einer Ballett-Aufführung gehen. Die Uraufführung des von den Schülern erarbeiteten Stückes wird dann im Juni im JES-Theater in Stuttgart sein.

Die Maria-Montessori-Grundschule Hausen feiert in diesem Jahr übrigens 20-jähriges Bestehen. Ein großes Fest wird es im Rahmen des Osterbasars geben, zu dem die Schule am 17. März von 11 bis 16 Uhr einlädt. „An dem Tag wird es um 12.30 Uhr in der Turnhalle eine Aufführung geben”, verrät die Schulleiterin.

Zeitung: In und um Weilimdorf vom 23.02.2018/ Text+Fotos: Tommasi

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Bergheim/Hausen (tom). Das internationale Musik-, Kultur- und Bildungsprogramm „Up with People” war in diesem Jahr erstmals in Stuttgart zu Gast. Im Rahmen ihres Besuches waren einige der insgesamt 80 Teilnehmer auch an zwei Weilimdorfer Schulen. Das Projekt feiert in diesem Jahr übrigens 50-jähriges Jubiläum.
An der Maria Montessori Grundschule in Hausen und an der Gemeinschaftsschule Weilimdorf in Bergheim waren kürzlich Jugendliche aus aller Welt zu Gast. Die jungen Menschen aus insgesamt 20 verschiedenen Nationen waren im Rahmen des internationalen Musik-, Kultur- und Bildungsprogramms „Up with People” nach Stuttgart gekommen. Die rund 80 Teilnehmer der Reise waren von Mexiko nach Deutschland gereist. Ihre erste Station hier war Stuttgart. Weitere Stationen sind Wartenberg und Donaueschingen. Anschließend geht es weiter in die Niederlande, nach Italien und in die USA.

Private Unterbringung
„Die Teilnehmer des Programms sind immer privat untergebracht”, erklärt Jasmin Grenzbach von der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft, einem der Partner des Projekts in Stuttgart. Teil der Besuche seien immer auch soziale Projekte und Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen vor Ort. Ziel von „Up with People” sei es zu zeigen, dass unterschiedliche Kulturen friedlich und besonders kreativ zusammenarbeiten können.

Tänze einstudiert
Eine dieser Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen vor Ort war in der Gemeinschaftsschule (GMS) Weilimdorf. Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben, neun und zehn hatten dort die Möglichkeit, sich mit den Projektteilnehmern ins Gespräch zu kommen. „Der Austausch fand im Rahmen von verschiedenen Gruppenspielen statt”, erklärt Lehrerin Sabine Hammer. Darüber hinaus seien in Gesprächsgruppen auf englisch verschiedene Themen debattiert worden. Erörtert wurde zum Beispiel die Frage, ob die Welt in 25 Jahren besser sein wird als heute oder ob man als einzelner dazu beitragen kann, dass sich die Welt verändert. Auch Tänze seien gemeinsam einstudiert worden, erzählt Hammer. „Dabei konnten kulturelle und sprachliche Grenzen überschritten und Verständnis für Mitmenschen geschaffen werden.”

Kissen hergestellt
Ganz anders verlief der Besuch der Projektteilnehmer in der Maria Montessori Grundschule. „In zwei Projektgruppen wurden Artikel hergestellt, die auf dem Hausener Weihnachtsmarkt am 2. Dezember (11 bis 14 Uhr) verkauft werden”, erklärt Schulleiterin Angelika Müller-Zastrau. Insgesamt neun Teilnehmer waren an der Schule. Ein Teil von ihnen hat Kissen aus Engel- und Drachenstoffen genäht, die von den Schülern der Grundschule selbst entworfen worden sind. Der andere Teil hat Vogelhäuschen aus Ton hergestellt.

Für andere Teilnehmer seien Besuche in Jugendhäusern auf dem Programm gestanden, erklärt Grenzbach. Die Koordination des Besuches in der Landeshauptstadt habe das Pop-Büro übernommen.

Höhepunkt an jeder Station der Reise ist eine Aufführung der von den Jugendlichen gemeinsam erarbeiteten Show „The Journey”. Die Aufführung in Stuttgart fand im Hegelsaal statt. Im Jubiläumsjahr umfasste die Show historische Highlights aus den vergangenen 50 Jahren. Sie umfasste kurze Pop-Musik-Medleys aus verschiedenen Zeitabschnitten und ein Medley aus typischen internationalen Tänzen.

 

Was ist „Up with people”?

Ziel ist der Austausch mit anderen Kulturen

(tom). „Up with People wurde 1965 in Amerika gegründet. Ziel der Arbeit ist die gemeinsame Arbeit und der Austausch mit anderen Kulturen. Mitmachen können bei dem Projekt junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren. An den Shows sind in der Regel zwischen 70 und 100 Menschen beteiligt, die für ein oder zwei Semester mindestens drei Kontinente bereisen, um vor Ort am öffentlichen Leben teilzunehmen, soziale Unterstützung zu leisten und ihre Musik-Show aufzuführen.

In den 1970er Jahren war „Up with People” bei den Olympischen Spielen in München und in Montreal. Der völkerverständigende Pop-Chor half bei der Aufhebung der Rassentrennung in den USA mit, war als internationales Austauschprogramm in China zu Gast und trat schon mehrfach im Weißen Haus und im Bundeskanzleramt auf. In diesem Jahr findet der Abschluss der Tour übrigens im Vatikan statt.

Die Organisation ist in Denver (USA) beheimatet. Die europäische Zentrale befindet sich in Brüssel. Als Gründer gilt John Blanton Belk. Nach einer Einstellung des Programms im Jahr 2000 kam es 2004 vorerst unter der neuen Bezeichnung „WorldSmart” zu einem Neustart. Bald wurde aber wieder mit dem bekannten Namen „Up with People” gearbeitet.

Jedes Jahr werden Interessierte gesucht, die bei „Up With People” mit machen möchten. Diese können sich einfach via Internet auf der Webseite upwithpeople.org bewerben. Welche Voraussetzungen für eine Teilnahme nötig sind, wird auf der Webseite ebenfalls umfassend erklärt.

In und um Weilimdorf, November 2017; Text: Tommasi; Fotos:  privat